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Die Erasmus+-Woche bot spannende Einblicke in die moderne Landwirtschaft – und jede Menge Gelegenheit, neue Menschen kennenzulernen, Englisch zu sprechen und über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.
Von der Schulbank direkt in die Praxis
Gleich zu Beginn lernten wir unsere langjährige Partnerschule, die Vyšší odborná škola a Střední zemědělská škola Tábor, kennen. Die 1866 gegründete Schule blickt auf eine lange landwirtschaftliche Ausbildungstradition zurück. Besonders interessant ist der schuleigene botanische Garten mit seiner beeindruckenden Pflanzenvielfalt und den tropischen Gewächshäusern.
Besonders spannend wurde es bei den Besuchen der landwirtschaftlichen Betriebe. In Vlastiboř und Kardašova Řečice konnten die Jugendlichen erleben, wie Präzisionslandwirtschaft in der Praxis funktioniert. GPS-gesteuerte Systeme und moderne Landmaschinen zeigten, wie digitale Technik die Arbeit am Feld erleichtert und Ressourcen effizienter nutzen hilft. Auch eine Biogasanlage und eine Getreidetrocknung wurden besichtigt und machten deutlich, wie vielfältig moderne landwirtschaftliche Betriebe aufgestellt sind.
Technik zum Anfassen gab es auch beim Landtechnikunternehmen Agrozet in České Budějovice. Neben modernen Maschinen sorgte vor allem der Einsatz von Drohnen für interessante Einblicke. An der Südböhmischen Universität erfuhren die Schüler:innen außerdem, wie digitale Technologien in der Nutztierhaltung und im Pflanzenbau eingesetzt werden. Neue Erkenntnisse aus der Forschung wurden von Studierenen präsentiert und die Schüler:innen der beiden Schulen hatten die Möglichkeit, in einem Robotik-Labor selbst etwas auszuprobieren.
Unser Besuch auf einem Milchviehbetrieb in Pivkovice bot interessante Einblicke in moderne Stalltechnologie.
Gemeinsam unterwegs – auch über Ländergrenzen hinweg
Natürlich durfte auch die Kultur nicht fehlen. Bei unserem gemeinsamen Ausflug nach Prag erkundeten die Jugendlichen unter anderem die Prager Burg und die Innenstadt. In gemischten österreichisch-tschechischen Gruppen waren sie gemeinsam unterwegs, konnten auch fachliche Inhalte austauschen und ganz nebenbei ihre Englischkenntnisse verbessern. Dabei wurde nicht nur viel entdeckt und gelacht, sondern auch so manche neue Bekanntschaft geschlossen.
Gerade diese Begegnungen machen eine Erasmus+-Woche für mich als Betreuungslehrerin besonders wertvoll: Lernen findet nicht nur bei Betriebsbesichtigungen statt, sondern auch beim gemeinsamen Unterwegssein, beim Austausch über den Schulalltag hinaus oder auch wenn man sich „mit Händen und Füßen“ auf Englisch verständigt.
Was bleibt von dieser Woche?
Die Schüler kehrten mit neuen, spannenden Eindrücken aus der Praxis und vielen Denkanstößen zurück. Sie konnten erleben, wie sich die Landwirtschaft durch digitale Technologien verändert, und neue Perspektiven für ihre eigene Ausbildung und berufliche Zukunft gewinnen.
Mindestens ebenso wertvoll waren die persönlichen Begegnungen: gemeinsam Neues entdecken, sich auf Englisch verständigen und feststellen, wie viel uns über Ländergrenzen hinweg verbindet.
Diese Woche hat einmal mehr gezeigt, wie bereichernd Lernen außerhalb des Klassenzimmers sein kann. Genau das macht Erasmus+ aus: fachlich über den eigenen Tellerrand blicken, Menschen kennenlernen und mit neuen Ideen nach Hause zurückkehren.