Auch in diesem Schuljahr nahm sich Fritz Mitterhumer, Geschäftsführer der Concept Fresh GmbH und Leiter der Stiftskäserei Schlierbach, Zeit, um mit Schülerinnen und Schülern der 4. Jahrgänge der HLBLA St. Florian über die Vermarktung von Lebensmitteln und Vermarktung von Milchprodukten zu diskutieren.

Die dafür vorgesehene Zeit verging wie im Flug. Warum? Die Themen sind bewegend, brandaktuell und herausfordernd für alle, die Lebensmittel erzeugen.

Hier einige Kernaussagen von Herrn Mitterhumer:

  • Keine Angst vor Neuem; es wird immer Neues geben.
  • Menschen haben Bedürfnisse; Bedürfnisse werden durch Information (Werbung, Tagesthemen usw.) geschaffen und verstärkt.
  • Die Konsumenten entscheiden am Ende was produziert wird. Die Kunden stärken durch ihr Kaufverhalten regionale Kreisläufe oder die Konzentration des Lebensmittelmarktes auf wenige Oligopolisten.
  • Tierwohl ist für große Handelsketten ein wichtiges Thema, d.h. Produktionsbedingungen und die Nachvollziehbarkeit der Produktion müssen offen gelegt werden, damit ein bestimmter Qualitätsanspruch glaubhaft vermittelt werden kann.
  • Vertrauen wird über konsequente und langfristige Produktpolitik geschaffen.
  • Bio ist eine Möglichkeit und kann für Landwirte und Landwirtinnen Einkommen schaffen. Nach konventionellen, gesetzeskonformen Richtlinien erzeugte Lebensmittel werden auch in Zukunft von herausragender Wichtigkeit sein. Allerdings: Hohe Qualität wird noch stärker vom Handel eingefordert, gleich ob konventionell oder bio.
  • Wettbewerb führt zu Innovationen und besseren Produkten.
  • Lebensmittel, die Eigenschaften wie „umweltschonend“, „regional“, „fair“, „tiergerecht“ als eine Art USP ausweisen, werden in Zentral- und Nordeuropa gut nachgefragt werden.
  • Veränderungen brauchen Zeit. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich mit dem Betrieb identifizieren, damit das Unternehmen erfolgreich sein kann. Faire Arbeitsbedingungen sind ein absolutes Muss.
  • Der Preis als Kaufargument ist tief in den Köpfen der Österreicher verankert. Es braucht daher Erziehung und Aufklärung, damit der Wert gesunder, nachhaltig produzierter Lebensmittel mehr geschätzt wird. 
  • Höhere Produktionskosten bedingen höhere Preise. 
  • Höhere Preise werden nur dann akzeptiert, wenn der Kunde den Mehrwert des Produktes erkennen kann. 
  • Einen Mehrwert stellen dar z.B. nachhaltige Produktion, Regionalität, gute wirtschaftliche Bedingungen für die Produzenten, aber auch gute Lebensbedingungen für die Tiere, usw. 
  • Landwirte werden sich ihrer unternehmerischen Möglichkeiten mehr bewusst und finden durchaus neue Geschäftsfelder sowie Vermarktungswege, die direkter zum Konsumenten führen.

Der Vortrag war spannend, die Diskussion anregend und das Ende der Veranstaltung zu schnell erreicht. Die 4. Jahrgänge bedanken sich herzlich bei Hr. Mitterhumer für die Einladung zu einer Käseverkostung im Genusszentrum Schlierbach.