Die Forstwirtschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung an der HLBLA St. Florian. Im landwirtschaftlichen Praktikum werden Schülerinnen und Schüler bereits im ersten Schuljahr die Grundlagen der Holzbe- und verarbeitung vermittelt.

Im dritten Jahrgang wird die Forstwirtschaft in der Fachtheorie gelehrt. Schülerinnen und Schüler lernen die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung des Waldes kennen. Waldpflege, Holzernteverfahren, Forstschäden und Schutzmaßnahmen, Prinzipien des Holzmarktes und forstrechtliche Bestimmungen stehen unter anderem im Lehrplan der forstwirtschaftlichen Ausbildung. Erwartet wird von Florianer AbsolventInnen auch, dass sie Zusammenhänge zwischen nachhaltiger und naturnaher Waldwirtschaft beschreiben können.

Neben der Fachtheorie absolvieren alle SchülerInnen der 3. Jahrgänge im Rahmen des Unterrichts einen Intensivkurs an der Forstlichen Ausbildungsstätte Ort in Gmunden. Eine Woche lange erhalten die Florianer Schülerinnen und Schüler das notwendige Knowhow und die praktische Erfahrung für eine sichere und ökonomische Waldbewirtschaftung. Dabei gewinnen die Florianer einen Einblick in die wesentlichen forstwirtschaftlichen Tätigkeiten.

Nach einer theoretischen Einführung in der Ausbildungsstätte, bei dem vor allem Sicherheitsstandards erklärt werden, geht es schon zum praktischen Teil des Kurses über. Die wichtigsten Schnitttechniken, Fahrtraining mit einem Forsttraktor und der richtige Umgang mit der Motorsäge werden jedes Jahr zirka 50 Schülerinnen und Schülern aus St. Florian näher gebracht. Am zweiten Tag der forstlichen Ausbildung werden bereits Baumschlägerungen im Wald durchgeführt.

Neben Schlägerungsarbeiten beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler auch mit waldbaulichen Überlegungen, erlernen den Umgang mit der Seilwinde und sind bei einem Harvestereinsatz dabei. Einen wesentlichen Teil der Ausbildung stellt alljährlich die Sicherheit bei der Waldarbeit bzw. der sichere Umgang mit der Motorsäge dar.

Neben den Schlägerungen von Starkholz werden regelmäßig auch Rückungen von Blochen, Schleif- und Brennholz durchgeführt, die dann mit dem Kranwagen zur Lastwagenladestätte transportiert wurden.

 Besonders der vergangene Sommer 2015 zeigte, wie wichtig für Bäuerinnen und Bauern eine entsprechende forstwirtschaftliche Ausbildung ist. Bei einem derart starken Auftreten des Borkenkäfers sind unverzüglich Maßnahmen zu setzen und dabei ist ein korrekter und sicherer Eingriff in den Waldbestand wichtig. Fällungsschäden, Rückeschäden, Pilzbefall oder Fäule können trotz entsprechender technischer Ausstattung auftreten. Für den raschen Forsteinsatz, wie bei Borkenkäferbefall notwendig, ist daher neben einer entsprechenden Planung und Arbeitsvorbereitung eine sorgfältige Durchführung der Arbeit unablässig.

Jeder Waldeigentümer ist nach dem Forstgesetz dazu verpflichtet, bei Auftreten von Borkenkäfern entsprechende forstwirtschaftliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung des Schädlings zu unterbinden. Für die Erkennung erster Symptome des Borkenkäferbefalls braucht es ein geschultes Auge und für technische Maßnahmen zur Bekämpfung, eine entsprechende forstliche Ausbildung.

Die forstliche Ausbildung der Florianer Schülerinnen und Schüler verbindet Kopf, Herz und Hand und befähigt, insbesondere durch den einwöchigen Forstkurs, zur Bewertung von Bäumen und Waldflächen, sowie zum richtigen und sicheren Umgang mit den nötigen Maschinen und Geräten.