Das starke Auftreten des Borkenkäfers im heurigen Sommer zeigte einmal mehr, wie wichtig eine fundierte forstwirtschaftliche Ausbildung für Landwirte ist. Jeder Waldeigentümer ist nach dem Forstgesetz dazu verpflichtet bei Auftreten von Borkenkäfern entsprechende forstwirtschaftliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung des Schädlings zu unterbinden. Für die Erkennung erster Symptome des Borkenkäferbefalls braucht es ein geschultes Auge und für technische Maßnahmen zur Bekämpfung eine entsprechende forstliche Ausbildung.

An der HLBLA St. Florian wird dieser Aspekt nicht nur im Forstwirtschafts- und Praxisunterricht aufgegriffen. Alle SchülerInnen der 3. Jahrgänge absolvieren darüber hinaus im Rahmen des Unterrichts einen Intensivkurs an der Forstlichen Ausbildungsstätte Ort. In den vergangen zwei Wochen erhielten daher beinahe 60 Schülerinnen und Schüler Einblick in die wesentlichen forstwirtschaftlichen Tätigkeiten. Neben Schlägerungsarbeiten beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler auch mit waldbaulichen Überlegungen, erlernten den Umgang mit der Seilwinde und waren bei einem Harvestereinsatz dabei. Einen wesentlichen Teil der Ausbildung stellte die Sicherheit bei der Waldarbeit bzw. der sichere Umgang mit der Motorsäge dar.

Besonders der Sommer 2015 zeigte, wie wichtig für Bäuerinnen und Bauern eine entsprechende forstwirtschaftliche Ausbildung ist. Bei einem derart starken Auftreten des Borkenkäfers sind unverzüglich Maßnahmen zu setzen und dabei ist ein korrekter und sicherer Eingriff in den Waldbestand wichtig. Fällungsschäden, Rückeschäden, Pilzbefall oder Fäule können trotz entsprechender technischer Ausstattung auftreten. Für den raschen Forsteinsatz, wie bei Borkenkäferbefall notwendig, ist daher neben einer entsprechenden Planung und Arbeitsvorbereitung eine sorgfältige Durchführung der Arbeit unablässig.

Die Florianer Schülerinnen und Schüler erhalten auf der Forstwoche dieses notwendige Knowhow und die praktische Erfahrung für eine sichere und ökonomische Waldbewirtschaftung.