Rinderfütterung, Rinderhaltung, Melkroboter, Ziegenhaltung, Direktvermarktung im Mühlviertel

Montag, 06.10.2008

Begleitleitlehrer: Mag. Maria Möslinger und Dr. Karl Luger

Abfahrt

Nachdem alle Lehrer und die gesamte 5A vor der HLFS versammelt waren, konnten wir pünktlich um 7:30 Uhr ins Mühlviertel starten.

Zwettler Käsebauern

Nach der kurvigen Fahrt durch das Mühlviertel hielten wir das erste Mal in Zwettl, um den Biobetrieb der „Zwettler Käsebauern“ zu besichtigen. Der Grund, auf dem der Betrieb steht, gehörte ursprünglich Klaus Ollmann und der Betrieb besteht aus 35 Milchkühen und deren Nachzucht, die für die Milchproduktion benötigt wird. Der Betrieb ist im Grunde eine Arbeitsgemeinschaft, denn jeder Landwirt und jede Landwirtin hat gewisse Aufgaben und Arbeitsbereiche über. Seit elf Jahren besteht diese Gemeinschaft und seitdem ist es für die Familien auch möglich, einmal jährlich auf Urlaub zu fahren. Die Arbeitszeiten sind jetzt viel flexibler und die Zeit für das Privatleben ist mehr geworden. Außerdem betreibt der Betrieb eine Käserei und vermarktet direkt. So gab es als Begrüßung die am Hof produzierten drei Käsesorten. Außerdem wird pasteurisierte Milch für das Altersheim produziert. Es werden ungefähr 15% der Milch in der Käserei verwertet, der Rest wird an eine Molkerei geliefert. Die Hauptkulturen, die auf den Feldern angebaut werden, sind Luzerne- und Rotkleegras, Triticale, Hafer und Roggen. Vor der Abfahrt durften wir die im sonnigen Mühlviertel gediehenen Birnen verspeisen, die wider erwarten sehr süß schmeckten.

Milchziegenbetrieb Holzmann in Piberschlag

MilchziegenDer zweite Betrieb, den wir besichtigten, war ein Milchziegenbetrieb in Helfenberg, der Familie Holzmann gehört und gerade im Aufbau ist und die Rasse Toggenburger hält. Die Betriebsführerin hat sich auf die Milchziegenhaltung spezialisiert, weil sie den Umgang mit Kühen gefährlich findet und die Ziege ein „handliches“ Tier ist. Wir durften frisch gemolkene Ziegenmilch verkosten, wobei den meisten von uns kein Unterschied zur gewöhnlichen Kuhmilch auffiel. Auch interessant war der Melkstand, wo in circa einem Meter Höhe die Ziegen gemolken werden. Außerdem bekommen sie im Melkstand Kraftfutter, um die Melkarbeit zu erleichtern und um das selbstständige Besuchen des Melkstandes zu gewährleisten. Momentan müssen die Ziegen noch eine kleine Wanderung durch den neuerbauten Stall, der noch nicht ganz fertig ist und für insgesamt 150 Milchziegen ausgelegt ist, unternehmen, um zum Melkstand zu gelangen. Der Höhepunkt waren die kontaktfreudigen und vitalen Ziegen. Jeder von uns war fasziniert von den Tieren, weil sie durch ihr ruhiges Gemüt, ihre Neugier und durch ihren Ziegenbart die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Auch ein Bock wird im Stall gehalten, der besonders unseren Lehrer faszinierte, weil er unbedingt noch ein Foto von ihm für seine Powerpoint – Präsentation benötigte. Auch interessant war die Besichtigung der Heutrocknung. Die Trocknungsbucht wurde aus Quaderballen aufgebaut und wird mit einem Heukran befüllt und entleert. Hungrig und bereichert durch das viele Wissen der Betriebsführerin zogen wir in Richtung Gasthaus ab.

Mittagessen im Gasthaus Freller

Die Mittagszeit verbrachten wir in einem Landgashaus in Schönegg, wo wir uns nach kurzer Stärkung zu unserem nächsten Betrieb in der Nähe Rohrbachs aufmachten.

Am Betrieb BrandlMilchviehbetrieb Brandl in Nößlbach

Wir waren zu Gast auf einem Milchviehbetrieb mit 35 Milchkühen und eigener Nachzucht. Herr Brandl, der Betriebsführer, ist auf den Versteigerungen in Freistadt und Wels mit seinen Jungkühen erfolgreich vertreten und erzielt einen durchschnittlichen Erlös von 1700 € je Tier. Neben einem neu erbauten Jungviehstall gab es auch noch eine Menge an hoch moderner Technik zu bewundern. Besonders betonte er auch, dass er auf eine gute Bildung seines Sohnes Wert lege und auch eine Ausbildung an der HLFS St. Florian in Erwägung zieht. Der Betriebsführer legt vor allem Wert darauf, alles so einfach wie möglich zu machen und hat damit Erfolg, denn der Stalldurchschnitt beträgt über 8000 kg.

Milchviehbetrieb Hurnaus in Kollerschlag

Daraufhin steuerten wir unser letztes Ziel an diesem Tag an, den Milchviehbetrieb der Familie Hurnaus aus Kollerschlag. Da Matthias, ein Sohn der Familie, ebenfalls unsere Klasse besucht, bot sich für uns die Möglichkeit ihren neu errichteten Freilaufstall samt automatischem Melksystem „Astronaut A3“ von Lely zu besichtigen. Hierbei verwundert hat uns, wie heutzutage alles technisch vereinfacht werden kann. Der gesamte Melkprozess wird aus einer Art Kommandozentrale nur mehr überwacht. Auch interessant war die Grundaufteilung und Infrastruktur, die etwas unpraktisch wirkte, jedoch durch eine gute Nachbarschaft bestmöglich genutzt wird. Nach einer abschließenden Stärkung in Form von belegten Broten und Limonade überreichten wir Familie Hurnaus ein kleines Geschenk, denn es ist nicht selbstverständlich einen so modernen Betrieb besichtigen zu dürfen. Anschließend machten wir uns auf die Heimreise nach St. Florian und waren um ca. 18 Uhr wieder in der Schule.

Abschließend möchten wir uns im Namen der Klasse noch einmal herzlich bei unseren Begleitlehrern sowie den Betriebsführer/innen bedanken, die es uns ermöglicht haben, einen solchen praxisorientierten Tag zu erleben. Wir hoffen, dass die kommenden Exkursionen ähnlich interessant und spannend verlaufen werden wie diese.