EU-Kommissar a. D. Dr. Franz Fischler, Präsident Ökosoziales Forum, referierte auf der Landestagung des Maschinenringes Oberösterreich am 4. Dezember 2008 in der hlfs St. Florian/Linz zum spannenden Thema „Bauer sein in einer Welt mit globalisierten Agrarmärkten“.

AuditoriumDabei strich er die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und im Bereich der agrarischen Dienstleistungen heraus. Unter den zahlreichen Zuhörern befanden sich Maschinenring Bundesobmann Hans Peter Werderitsch sowie zahlreiche Ehrengäste, u.a. Mag. Fritz Pernkopf, Direktor LKOÖ, Bürgermeister Robert Zeitlinger und Direktor Hubert Fachberger.

 

Nachhaltigkeit und Visionen in globalen Märkten

Dr. Franz FischlerDr. Franz Fischler sieht neben der landwirtschaftlichen Produktion wichtige Zukunftsaufgaben in der Landwirtschaft vor allem im Dienstleistungssektor, dem Umweltschutz und der Pflege des Kulturlandes. Dazu gilt es, die Landwirtschaft ökonomisch, ökologisch und sozial zukunftsfähig zu machen.  Denn die Ansprüche an die Bauern wachsen durch die fortschreitende Globalisierung immer weiter. In Zukunft wird der Handel doppelt so stark wachsen als die Produktion. Dazu kommen Herausforderungen durch den Klimawandel. Die Segmentierung der Märkte erfordert Qualität und Umweltsensibilität (Food Miles).  Verstärkte Ernte-Preisschwankungen bedingen eine Präzisionslandwirtschaft. Dazu ist eine klare Dienstleistungs-Kostenstruktur für die Zukunft von großer Bedeutung (Value for Money). Dr. Fischler betonte in diesem Zusammenhang die wichtige Funktion des Unternehmens Maschinenring, um gerade hier eine zentrale Rolle einzunehmen. Er forderte Pro-Aktives Agieren  - um nicht nur zeitverzögert auf Markterfordernisse reagieren zu müssen. In den ländlichen Bereichen sind eigenständige Entwicklungsstrategien nötig, um nicht zu den Verlierern der Globalisierung zu werden. Dabei gilt es den Problemen der Überalterung und Ausdünnung des ländlichen Raumes durch die Abwanderung in zentrale Ballungsgebiete entgegenzuwirken. Für die Märkte sieht Dr. Fischler als Strategie die Markenprodukte zu pushen, den Herkunftsschutz auszubauen, Veredelungsketten zu stärken, erneuerbare Rohstoffprodukte zu forcieren, öffentliche Dienstleistungen für Gegenleistungen, welche die Landwirtschaft erbringt, zu bewerten und neue Einkommenschancen zu schaffen (Stichwort Forschung und Entwicklung).  Dazu kann auch der Maschinenring einen wertvollen Beitrag leisten.

Orientierung am Nutzen des Landwirtes

MR-Bundesobmann KR Hans Peter Werderitsch, MR-Landesobmann Alois Papst, Dr. Franz Fischler, Präsident Ökosoziales Forum, MR-Landesgeschäftsführer Ing. Helmut ScherzerMR Landesobmann Alois Papst sieht in der Sparte Forst und Energie neue Impulse und Zusatzeinkommen für die Bauern als Wärmelieferant direkt vor Ort. Er unterstrich den Innovationsgedanken und forderte Mut zu zukunftsorientierten Konzepten. Ing. Helmut Scherzer, Geschäftsführer Maschinenring Oberösterreich, betonte die positive Entwicklung im Jahr 2007 am Markt und beschrieb eine solide Weiterentwicklung im Bereich Kundenbindung und Kundengewinnung im Dienstleistungssektor. Der Maschinenring zählt heute zu einem starken Anbieter im ländlichen Raum. Hier gilt es, als Vermittler und Bündler von Angebot und Nachfrage den Markt aktiv zu gestalten und dabei die permanente Orientierung am Kundennutzen beizubehalten.

Sicherung gleichbleibender Dienstleistungsqualität

Ein wichtiger Aspekt zur qualitativen Leistungserbringung im Service- und Agrarbereich ist die Sicherung der Dienstleistungsqualität. Dazu wurden am Themennachmittag erfolgreiche Projekte aus der Praxis präsentiert.  Die Referenten aus verschiedenen Ringgebieten in Oberösterreich sprachen zu den einzelnen Fachthemen „Aktive Marktbearbeitung Agrar“, „Umsetzung Wärmecontracting“, „Professionalität in der Gartengestaltung“ sowie „Erfahrungen in der Kooperation Forst & Energie“. Dabei konnte eine anschauliche und praxisbezogene Darstellung der Projekte aus Sicht der Leistungserbringer gezeigt werden.

Innovationsdenken und aktive Marktbearbeitung gefordert

In Zukunft werden Nachhaltigkeit, Innovationsdenken und aktive Unterstützung des ländlichen Wirtschaftsraumes die Grundanforderungen für erfolgreiche Dienstleistungserbringung sein. Die Stärke des Maschinenringes ist dabei sicher der direkte Kontakt vor Ort zum Kunden. Dabei gilt es Betriebsentwicklungen im ländlichen Raum aktiv zu unterstützen und Leistungssegmente offensiv zu gestalten. Nur so ergeben sich langfristige und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten für die Regionen.

Weitere Fotos