Während der Corona-Krise wurde der Unterricht von den Klassenzimmern nach Hause verlegt – Distance-Learning und E-Learning ist für Schülerinnen und Schüler zumindest in den kommenden Wochen der neue Alltag. Die HLBLA St. Florian berichtet von ihren Erfahrungen und Eindrücken nach einer Woche Fernunterricht.

Die Höhere Landwirtschaftliche Bundeslehranstalt St. Florian hat, so wie alle anderen Schulen in Österreich, die erste Woche Distance- und E-Learning mit vielen neuen Erfahrungen hinter sich gebracht. Auf diesem Wege möchte sich die Schule auch bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass der Übergang und Ablauf so reibungslos funktionieren konnte.

COVID-19 ist für die Schulen, und somit auch für die HLBLA St. Florian, eine riesige Herausforderung, mit der es vernünftig umzugehen gilt.

Die Schule kommt mit der aktuellen schwierigen und veränderten Situation gut zurecht. Die HLBLA St. Florian hat sich bereits vor Jahren der Zukunftsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler verschrieben. Damit ist nicht ausschließlich gemeint, dass eine Digitalisierung stattfindet und diese gefördert wird. Diese ist, gerade jetzt, zweifelsohne ein sehr wichtiges Element, jedoch nicht das einzige.

Bildungsexperte Andreas Salcher postuliert in seinem „21st Century Skills Modell“ vier Kompetenzfelder, die in Zukunft Menschen zusätzlich beherrschen müssen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können:

  • Kompetenter Umgang mit Medien, Technologien, Informationen und Daten; Financial Literacy;
  • Virtuelle und persönliche Kommunikation und Kooperation vor dem Hintergrund von Diversität, Interdisziplinarität, Interkulturalität und Alter;
  • Kreativität, Innovationsfähigkeit, analytisches und kritisches Denken;
  • Selbständiges Arbeiten, Mut, Unternehmungsgeist, Umgehen mit Ambivalenzen und Eigenmotivation.

In all diesen Kompetenzfeldern hat sich die Höhere Landwirtschaftliche Bundeslehranstalt St. Florian als Schule entwickelt und ihr Ausbildungsangebot entsprechend aufgespannt und angepasst, was gerade jetzt enorm hilfreich ist und vor allem den Schülerinnen und Schülern selbst nützt.

Nach einer ersten Woche Fernunterricht fasst die Schule ihre bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse in Form eines ersten Resümees zusammen:

Im Rahmen der unterschiedlichen Unterrichtsfächer werden vor allem zwei verschiedene E-Learning-Plattformen verwendet – Moodle bzw. Microsoft Teams.

Über Moodle können beispielsweise Arbeitsaufträge erstellt werden, welche in einem vorgegebenen Zeitraum hochgeladen werden müssen. Auch sind Umfragen, Multiple-Choice-Tests und viele weitere Methoden möglich.

MS Teams beinhaltet gesamte Unterrichtsunterlagen, Unterrichtsaufgaben und Hausübungsaufgaben. Arbeitsaufträge werden per Aufgabe oder in Form eines Quiz verteilt und mittels Punkte (keine Benotung, sondern nur eine Abbildung des Ist-Standes) und Feedback korrigiert. Zusätzlich beinhaltet die Plattform einen Streaming-Kanal, wo unterrichtsrelevante Inhalte beispielsweise in Form eines eigens erstellten Videos erklärt werden.

Die folgenden vielseitigen Methoden finden ebenfalls im Rahmen des Fernunterrichts Anwendung:

  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten Aufgaben, z.B. Arbeitsblätter, welche sie bearbeiten sollen. Anschließend erfolgt die Selbstkontrolle mittels Lösungsaufgaben.
  • Die Lernenden werden mit zusätzlichem Informationsmaterial ausgestattet, z.B. in Form von hilfreichen Videolinks oder ausgewählten Websites.
  • Aufwändigere und komplexere Aufgaben werden gemeinsam in der Gruppe bzw. auch teilweise im gesamten Klassenverband bearbeitet. So können alle ihr individuelles Wissen und ihre Stärken einfließen lassen.
  • Um das Leseverständnis zu fördern und zu festigen, werden auch immer wieder Leseaufträge erteilt (z.B. Fachliteratur, ausgewählte Websites oder Schulbücher). Hierzu sollen die Schülerinnen und Schüler einerseits vordefinierte Fragestellungen lösen und bearbeiten, andererseits auch selbständig Fragen formulieren, um auch ein komplexeres Lernniveau im Sinne der taxonomischen Kompetenzniveaustufen nach Bloom (WISSEN – VERSTEHEN – ANWENDEN) erreichen zu können.
  • Zusätzlich werden Leseeindrücke, z.B. im Literaturunterricht, in Form eines Lesetagebuches festgehalten.
  • In bestimmten Unterrichtsfächern ist die Kommunikation untereinander unumgänglich, z.B. in den Sprachen. Hier werden beispielsweise Videokonferenzen zu festgelegten Zeiten abgehalten, in welchen die Jugendlichen auf der einen Seite ihr Sprachniveau verbessern, auf der anderen Seite auch Fragen stellen können.
  • Den Schülerinnen und Schülern stehen auch die digitalen Online-Inhalte der Schulbücher in Form von E-Books zur Verfügung. So können problemlos von zuhause aus Aufgaben bearbeitet werden.
  • Damit es zu keinen Missverständnissen kommen kann und Unklarheiten sofort beseitigt werden können, befinden sich die Lehrerinnen und Lehrer im ständigen digitalen Kontakt mit ihren Lernenden. So können offene Fragen per Mail oder mithilfe von Messenger-Programmen beantwortet werden.

Es gibt viele Wege, Inhalte zu festigen und zu üben. Wichtig dabei ist, dass die Übungen individuell abgestimmt sind und dass das unterschiedliche Leistungsniveau berücksichtigt und richtig gefördert wird. Schule ist heterogen, Schülerinnen und Schüler haben verschiedene Stärken und Talente. Die digitalen Medien bieten hierzu eine zusätzliche Möglichkeit, auf die verschiedenen Bedürfnisse einzugehen.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass der digitale Unterricht viele Chancen und Möglichkeiten bietet, sei es Methodenvielfalt oder die Festigung der digitalen Kompetenz sowie Medienkompetenz. Nichtsdestotrotz können Distance-Learning und E-Learning den regulären Unterricht nicht ersetzen, sondern bestenfalls auf Dauer ergänzen.

Die Schule ist jedenfalls gewappnet für weitere digitale Schulwochen.

Die HLBLA St. Florian wünscht allen Personen ALLES GUTE.

Bleiben Sie zuhause!