An der Höheren Landwirtschaftlichen Bundeslehranstalt St. Florian, welche dieses Jahr bereits ihr 50-jähriges Bestehen feiert, fanden im Jahr 2019 viele verschiedene Veranstaltungen, Exkursionen und Aktivitäten statt.

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Zum Jahreswechsel in ein neues Jahrzehnt kann die Florianer Schulgemeinschaft auf ein erfolgreiches, spannendes sowie interessantes Jahr zurückblicken.

So wurde an der HLBLA St. Florian noch bereits zum Ende des letzten Schuljahres der Klimanotstand (12. Juni 2019) ausgerufen. Seitdem hat sich die Schule nun zum Ziel gesetzt, konkrete Maßnahmen umzusetzen und einen monatlichen Statusbericht zu veröffentlichen. In Form eines Klimaaktionsplanes, welcher auf der Webseite der Schule zum Download bereitsteht, werden diese Ziele nun zukünftig umgesetzt.

Der 27. September 2019 stand dabei ganz im Zeichen des Klimaschutzes. Weltweit gingen zigtausende Menschen auf die Straße, um gegen den menschengemachten Klimawandel zu demonstrieren und die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft endlich zu einem Umdenken anzuregen. Auch in Linz fand eine Großdemonstration im Rahmen des Earth Strikes statt. Fast 10.000 Besucherinnen und Besucher demonstrierten für mehr Klimaschutz und auch die HLBLA St. Florian beteiligte sich daran.

Ebenfalls stand das Jahr 2019 auch unter dem Motto „School goes international“. In den ersten zwei Schulwochen des neuen Schuljahres 2019/20 nahmen Schülerinnen und Schüler der HLBLA St. Florian und der HBLA Elmberg an einem SchülerInnenaustauschprogramm in Südafrika teil. Zusammenfassend war die Reise, welche auf Initiative des Landes Oberösterreich mit der Regierung Westkap gelang, eine einmalige Gelegenheit, das Land Südafrika, die Menschen, die Landwirtschaft und den Umgang mit der Wasserknappheit oder den politischen Problemen, die wesentlich in der Ungleichheit der Bevölkerung liegen, kennen zu lernen. Die (personal-)intensive und exportorientierte Landwirtschaft, die Unterschiede zur österreichischen grundsätzlich kleinstrukturierten Landwirtschaft sowie der südafrikanische Humor wird allen unvergesslich in Erinnerung bleiben.

Als Florianerin und Florianer erwirbt man mit der Reife- und Diplomprüfung zusätzlich eine hervorragende fundierte und fachliche Ausbildung, die perfekt auf das spätere Berufsleben vorbereitet und beste Erfolgsaussichten verspricht.

Um auf dem neuesten Stand zu bleiben und Einblicke in neue Entwicklungen zu bekommen, standen auch dieses Jahr Besuche von österreichischen und internationalen Landwirtschafts- und Landtechnik-Messen auf dem Programm. So besuchten die Schülerinnen und Schüler auch heuer wieder die Agritechnika in Hannover (10. bis 16. November auf dem Messegelände Hannover), die weltgrößte agrartechnische Fachmesse, welche mit mehr als 2750 Ausstellern aus über 51 Ländern tausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt anlockt.

Weiters kann die Schule auch in diesem Jahr wieder auf eine mittlerweile über 15-jährige Kooperation mit dem OÖ. Landesjagdverband zur Vorbereitung der angehenden Maturantinnen und Maturanten auf die Jagdprüfung zurückblicken. Insgesamt wurden 24 Jungjägerinnen und Jungjäger ausgebildet. Das sind knapp 60 Prozent der angehenden Absolventinnen und Absolventen im nächsten Jahr.

Im Zuge der Ausbildung werden auch immer wieder Einblicke in die Praxis ermöglicht. Zu diesem Zweck fand z. B. ein Stallworkshop am Betrieb Gruber in St. Georgen am Walde statt. Die Gruppe Nutztierhaltung Spezialgebiet der 4. Jahrgänge besuchte den Milchviehbetrieb von Markus Gruber, einem Absolventen der HLBLA St. Florian. Der Stall dieses Betriebes wurde vergangenes Jahr für 70 Milchkühe neu gebaut und ist technisch am neuesten Stand. Vom Melkroboter, über einen Fütterungsroboter, bis hin zum Entmistungsroboter ist alles vorhanden. In allen Bereichen wird auf die neueste Technik gesetzt.

Im Rahmen einer weiteren Exkursion zur BIO Österreich Messe in Wieselburg konnten sich die Schülerinnen und Schüler der 3. Jahrgänge über neueste Entwicklungen in der biologischen Landwirtschaft informieren.

Neben der landwirtschaftlichen Ausbildung fanden auch Exkursionen in anderen Unterrichtsfächern statt, beispielsweise Theaterfahrten im Fach Deutsch oder der Besuch der KZ-Gedenkstätte Ebensee im Fach Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung und Recht

NS-Gedenkstätten und Gedächtnisorte an die NS-Zeit im Allgemeinen finden sich in allen Bundesländern. Sie sind wichtige Orte für die Erinnerung an das Leiden und Sterben so vieler Menschen und zugleich Herausforderung für das Verstehen: Wie konnte es geschehen bzw. wie konnte eine Gesellschaft bereit sein, diese Verbrechen zu begehen und zu unterstützen?

Die HLBLA St. Florian bietet jedes Jahr auch Platz für diverse Fachvorträge. 2019 fanden z.B. Veranstaltungen zum den Themen „Digitale Landwirtschaft“ und „Landwirtschaft 4.0“, „Jugend im Dialog mit der Jagd“ und zum Thema „Fake News“ statt.

Abschließend kann gesagt werden, dass zwar ein altes Jahr zu Ende geht, ein neues jedoch bereits vor der Türe steht, welches mit Sicherheit genauso erfolgreich, spannend und interessant werden wird wie das Jahr 2019.

Direktor Fachberger ist überzeugt: „Die HLBLA St. Florian ist ein Lernort, eine Werkstätte und ein Labor. Sie ist ein einzigartiges Soziotop, in dem viele verschiedene Persönlichkeiten aus allen Landesteilen zusammenkommen, um gemeinsam zu arbeiten, zu lernen, zu wachsen, zu reifen, zu leben. Sie ist eine einmalige Schule an einem besonderen Ort. Und dennoch, aber wahrscheinlich gerade deshalb, dreht sich letztlich alles um die Landwirtschaft. Eine Landwirtschaft, die die Naturgesetze achtet und uns täglich mit dem Lebensnotwendigen versorgt.“

Um sich selbst ein Bild von der Schule und den stattgefundenen Exkursionen und Vorträgen, aber auch vom attraktiven Angebot wie laufende Projekte, Workshops und den einzelnen Fachbereichen machen zu können, lädt die Höhere Landwirtschaftliche Bundeslehranstalt St. Florian recht herzlich zu Informationsveranstaltungen im neuen Jahr ein.

Informationsveranstaltungen im Jahr 2020:

  • 30. Jänner 2020 (18 bis 20 Uhr)
  • 31. Jänner 2020 (14 bis 16 Uhr)