Schüler der Höheren landwirtschaftlichen Bundeslehranstalt St. Florian wurden zum ersten „Open Nanonscience Congress“ am 26.02.2019 in Salzburg eingeladen und präsentierten das im Unterricht erarbeitete Projekt „Grätzelzelle“. Die Präsentation wurde als eines der besten Schülerprojekte ausgezeichnet.

Nanotechnologie bietet ungeahnte Möglichkeiten. Einen Einblick in diese neue Welt eröffneten die beiden hochkarätigen Keynote Speaker Univ.- Prof. Dr. Albert Duschl und Dr. Nira Shimoni-Ayal aus Israel in ihren Vorträgen. Durch Nanotechnologie können zum Beispiel medizinische Behandlungsformen revolutioniert oder neue Werkstoffe nach Vorbildern aus der Natur entwickelt werden.

Auf diesem internationalen wissenschaftlichen Kongress durften die Schüler des Wahlpflichtfaches Energie unter der Leitung von DI Hannes Hohensinner den Bau der Grätzelzelle präsentieren. In Zusammenarbeit mit der privaten Fachschule MultiAugustinum aus St. Margarethen im Lungau wurde das Experiment gefilmt und wird in Folge medial aufbereitet. Beide Schulen sind Kooperationspartner der Uni Salzburg im Sparkling Science Projekt „Nan-o-style“.

Die Grätzelzelle ist eine Entwicklung, basierend auf dem pflanzlichen Photosyntheseprozess. Der gleichnamige Erfinder schaffte mit einfachen technischen Mitteln nach den Prinzipien der Photosynthese die Umwandlung von Lichtstrahlen in elektrische Energie. Durch den Einsatz von Nanomaterialien kann die Energieausbeute stark erhöht werden.

Die Schüler zeigten Schritt für Schritt den Produktionsprozess dieser Solarzelle. An der fertigen Grätzelzelle wurde die erzeugte Spannung gemessen und somit ihre Funktion nachgewiesen. Sie besteht aus zwei Glasplatten, die eine elektrisch leitende Schicht aufgedampft haben. Eine Glasplatte ist die Anode. Diese wird mit Nanoteilchen Titandioxid beschichtet. Dadurch wird die Oberfläche stark vergrößert und sie kann mehr Moleküle des Pflanzenfarbstoffs bei der nachfolgenden Färbung binden. Die andere Glasplatte, die Katode, wird mit einem Katalysator, z.B. Grafit, beschichtet. Dazwischen wird ein Elektrolyt eingebracht. Schon bei geringer Lichtintensität funktioniert das System und es wird eine Spannung von 200 bis 400 mV erzeugt.

Im Rahmen des Kongresses konnten die TeilnehmerInnen ihr Lieblingsschulprojekt auswählen. Die Florianer wurden als drittbestes Projekt ausgezeichnet. - Herzlichen Glückwunsch!